Dienstag, 28. Februar 2017

Schmetterlinge tanzen nicht für Millionäre

Guten Morgen ihr Lieben! :)

Ich wünsche euch viel Spaß mit dieser Leseprobe. Dem Anfang meines neuen Romans "Schmetterlinge tanzen nicht für Millionäre".

Wenn es euch gefällt ... Am Sonntag gehts los - dann erscheint das E-Book bei Amazon. ;)

Alles Liebe
Eure
Kerry

Champagner

Verträumt lächelnd beobachte ich einen Schmetterling, der in dem kleinen Park, in dem ich meine Mittagspause verbringe, herumfliegt. Es ist ein Kohlweisling, das habe ich auf den ersten Blick erkannt. Zufrieden lehne ich mich gegen die Rückenlehne der Parkbank und lasse das Tierchen dabei nicht aus den Augen. Ich liebe es, Schmetterlinge zu beobachten, das war schon immer so. Ich erinnere mich an unzählige Sommertage, an denen ich im Garten meiner Eltern auf dem Rasen gelegen habe. Die verschiedensten Schmetterlingsarten tanzten durch unseren Garten und ich konnte mich gar nicht an ihrem Spiel sattsehen. Nicht selten kam es vor, dass sie sich direkt neben mir im Gras niederließen oder sogar auf meiner Hand landeten. Mit der Zeit habe ich gelernt, die verschiedenen Sorten zu unterscheiden. Während meine Freunde es nie schafften, einen Kohlweisling und einen Zitronenfalter auseinanderzuhalten, wunderte ich mich darüber, wie man die beiden verwechseln konnte. In meinen Augen sahen die zwei sich nicht mal im Ansatz ähnlich. Aber vielleicht war ich da einfach ein wenig anders als andere Kinder meines Alters. Mein Bruder hat immer gesagt, ich sei ein Schmetterlings-Nerd, und wahrscheinlich hatte er damit nicht ganz unrecht.
Damals war ich eine Träumerin, romantisch verklärt. Wenn ich nicht gerade Schmetterlinge beobachtete, verbrachte ich meine Zeit mit Lesen. Als Jugendliche habe ich Liebesromane verschlungen. Ich schaute mit einer rosaroten Brille auf die Ehe meiner Eltern und wünschte mir nichts sehnlicher, als irgendwann einmal eine solche Liebe zu finden. Auch wenn die zwei schon seit dreißig Jahren verheiratet sind, spürt man in jedem Blick, in jeder Geste, wie sehr sie sich noch immer lieben und dass sie alles für den anderen geben würden. Das war es, was ich als Kind wollte, diese unendliche Liebe. Mittlerweile sehe ich es anders, die Realität hat mich erwachsen und pragmatisch werden lassen. Die große Liebe ist nicht mehr das, wonach ich strebe, ich habe andere Ziele, die ich verwirklichen will. Aus dem kleinen verträumten Mädchen ist eine Frau geworden, die weiß, was sie im Leben erreichen möchte, und alles dafür gibt.
Das Einzige, was noch immer unverändert ist, ist, Schmetterlinge zu beobachten, in diesem Moment ein wenig zu träumen und die Realität auszublenden. Die Schmetterlinge sind es auch, die mir wohl am meisten fehlen, seit ich vor anderthalb Jahren von unserer Kleinstadt nach Hamburg gezogen bin. Hier gibt es nicht so viele wie auf dem Land. Umso mehr freue ich mich, wenn ich einen entdecke. Dieser Kohlweisling hier war der erste, den ich in diesem Frühjahr zu Gesicht bekommen habe, und ich hoffe, über den Sommer würden noch viele weitere folgen.
Der kleine Kohlweisling verschwindet aus meiner Sichtweite und seufzend schaue ich auf die Uhr. Meine Pause ist gleich vorbei, ich sollte mich allmählich auf den Weg machen. Zurück in mein Büro, wo auf meinem Schreibtisch mehr als genug Arbeit auf mich wartet. Schon bevor ich gegangen bin, lagen dort diverse Zettel und Notizen von meinem Chef, und wie ich ihn kenne, sind in der letzten Stunde noch einige weitere hinzugekommen.

„Ich versteh echt nicht, wie du das Zeug trinken kannst. Ich kriege das nicht mal runter, wenn ich krank bin!“ Die Stimme meiner Kollegin Cookie erklingt, als ich in der kleinen Küche des Büros gerade meinen Kamillentee aufgieße. Grinsend wende ich mich zu ihr um.
„Genauso geht es mir, wenn du dir diese schwarze Plörre einschenkst. Wie kann man nur Kaffee trinken?“ Gespielt angeekelt schüttele ich mich und werfe einen Blick auf den Becher in ihrer Hand, aus dem der leicht bittere Geruch von Kaffee aufsteigt. Nie im Leben würde ich das Zeug hinunterbekommen, das Cookie und so ziemlich der komplette Kollegenkreis literweise jeden Tag in sich hineinkippen. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten.
So unterschiedlich wie unser Getränkegeschmack sind Cookie und ich auch in vielen anderen Dingen. Allein optisch ist sie schon genau das Gegenteil von mir. Kurze, etwas strubblige, rote Haare, wenn überhaupt, dann nur dezent geschminkt, und ihre Klamotten wirken immer ein wenig spießig. Mir hingegen ist mein Äußeres sehr wichtig. Das muss es auch sein, wenn ich meinen Plan verwirklichen möchte. Als graues Mäuschen habe ich keine Chance, zu erreichen, was ich erreichen möchte. Das einzig Außergewöhnliche an Cookie ist ihr Spitzname. Eigentlich heißt sie Tanja, doch so nennt sie wirklich niemand, nicht einmal der Chef. Bereits als Kind wurde sie so genannt. Sie hat mir mal erzählt, dass das Wort Cookie das Erste war, was sie als Kleinkind gesprochen hat. Ihre amerikanische Großmutter hatte immer einen Porzellantopf mit Schokocookies im Wohnzimmer stehen, und kaum dass sie herausgefunden hatte, was da drin war, hat sie nach diesen Keksen verlangt. Mittlerweile hat sie das Rezept dafür von ihrer Oma geerbt und backt sie selbst. Ein Vorrat der Kekse ist immer in ihrer Schreibtischschublade zu finden. Ich liebe diese Schokocookies ebenso wie sie. Obwohl wir sonst so verschieden sind, bei Keksen haben wir denselben Geschmack. Doch trotz all unserer Unterschiede ist Cookie nicht nur meine Kollegin, sondern auch meine beste Freundin geworden. Sie ist einfach eine Seele von Mensch und hat immer ein offenes Ohr für andere. Aber nicht nur das liebe ich an ihr, nein, auch wenn ihr Äußeres eher spießig wirkt, habe ich selten einen so humorvollen, lebensfrohen Menschen erlebt wie sie.
Als ich hier ankam und den ersten Tag in meinem neuen Job in dieser Bank hatte, war sie es, die mich sofort unter ihre Fittiche genommen hat. Oder, wie ich es augenzwinkernd gern nenne, Cookie hat mich adoptiert.
„War irgendwas Dringendes, als ich weg war?“, frage ich Cookie und befreie meinen Teebeutel aus seinem heißen Wasserbad.
„Nur ein paar typische cholerische Anfälle vom Sahrmann. Er hat die Angebote für Herrn Karlsen gesucht. Der kommt ja gleich zum Beratungsgespräch.“
„Für Herrn Karlsen? Die hab ich ihm doch schon heute Morgen auf den Schreibtisch gelegt. Hat er sie wieder untergebuddelt oder wie?“ Kopfschüttelnd verlasse ich die Küche und mache mich auf den Weg zu meinem Platz. Dort angekommen stelle ich den Teebecher ab und drehe mich dann zu Cookie um, die mir gefolgt ist.
„Meinst du, er hat sie mittlerweile gefunden? Oder soll ich ihm suchen helfen?“ Grinsend mustere ich meine Freundin, die entspannt hinter ihrem Schreibtisch Platz nimmt und einen Schluck ihres Kaffees trinkt, bevor sie mir ebenso grinsend antwortet.
„Du kennst ihn doch! Ohne dich ist er aufgeschmissen.“
Als hätte mein Chef auf sein Stichwort gewartet, geht in diesem Moment die Tür zu seinem Büro auf. Mit hochrotem Kopf und leicht schnaufend kommt Herr Sahrmann heraus, die Stirn in Falten gelegt und sichtlich verzweifelt. Erst als er mich erblickt, entspannt sich seine Mimik.
„Ah, Frau Floris, da sind Sie ja endlich wieder. Sie haben mir die Unterlagen für Herrn Karlsen nicht gegeben und er müsste jeden Moment hier sein. Also, sofort auf meinen Schreibtisch damit!“, befiehlt er.
Ich muss ein Schmunzeln unterdrücken. So ist mein Chef. Er kann seine Sachen nicht finden, und dann war ich es, die sie ihm nicht gegeben hat. Zum Glück kenne ich ihn mittlerweile gut genug, um das nicht mehr persönlich zu nehmen. Am Anfang bin ich jedes Mal panisch geworden, wenn er mich so angeherrscht hat, doch jetzt bleibe ich ruhig. Entspannt lächele ich ihn an.
„Herr Sahrmann, die Angebote liegen bereits seit heute Morgen auf Ihrem Tisch. Lassen Sie mich mal machen.“ Ohne auf eine Antwort zu warten, gehe ich an ihm vorbei in sein Büro. Wie vermutet, Herr Sahrmann hat ein paar Ausdrucke, die er in der Zwischenzeit gemacht hat, auf die Unterlagen gelegt. Mit einem einzigen zielsicheren Griff ziehe ich sie unter dem Stapel hervor, drehe mich zu ihm um und drücke sie ihm in die Hand.
„Hier sind sie doch“, sage ich freundlich.
Mit zusammengezogenen Augenbrauen starrt mein Chef auf die Papiere in seiner Hand. „Aber eben waren sie …“, murmelt er und schüttelt leicht den Kopf, als könnte er das Ganze nicht verstehen.
„Noch einen Kaffee, Herr Sahrmann?“, biete ich an und er schaut auf.
„Ähm, ja, bereiten Sie doch bitte ein Tablett vor und stellen Sie es mir schon her. Danke, Frau Floris, ich weiß nicht, was ich ohne Sie machen würde!“
„Das weiß ich auch nicht“, murmele ich leise, als ich das Büro verlasse und die Tür hinter mir schließe.

„Na, wo waren die Unterlagen?“, fragt Cookie lachend und lehnt sich auf ihrem Schreibtischstuhl zurück.
„Wo wohl? Da, wo ich sie ihm heute früh hingelegt habe. Er hat nur diversen anderen Kram draufgepackt und sie dann in seinem Chaos nicht wiedergefunden“, erkläre ich und nehme im Stehen neben meinem Tisch einen Schluck von meinem Kamillentee. Ich habe nicht die Zeit, mich hinzusetzen, immerhin soll ich ein Tablett für Herrn Sahrmann und seinen Kunden vorbereiten.
„Ohne dich wäre er echt aufgeschmissen. Du bist nicht nur seine Sekretärin, du bist sein Gehirn! Wie kann jemand wie er nur einen solchen Posten hier bekleiden?“ Ungläubig schüttelt Cookie den Kopf und ich zucke mit den Schultern.
„Na ja, immerhin hat er mit Abstand die höchsten Verkaufszahlen. Und nur das ist es doch, was für den Vorstand zählt. Und dafür, sein Chaos zu sortieren, hat er ja mich.“
„Ja, das stimmt. Also mich dürftest du nicht zu seiner Sekretärin machen. Ich würde durchdrehen bei dem Typen! Echt jetzt, deine Arbeit ist hier nicht mit Gold aufzuwiegen, das merke ich jedes Mal, wenn ich deine Urlaubsvertretung machen muss. Da würde ich am liebsten schon nach zwei Tagen hinschmeißen.“
Lachend wende ich mich ab und gehe in die Küche. Wenn ich es richtig im Kopf habe, ist der Termin von Herrn Karlsen heute um 14:30 Uhr, das heißt, ich habe noch 15 Minuten. 



Samstag, 28. Januar 2017

Vielen Dank :-) (Nähkästchenplauderei)

Flausen im Kopf
… scheinen viele zu haben.
Zumindest viele zu interessieren, da ihr uns tatsächlich sprachlos gemacht habt.
Unser neues Buch ist so toll gestartet und genau dafür, möchten wir uns jetzt bereits bei euch bedanken.



Auch die vielen wundervollen Kommentare zu unserem Cover haben uns überwältigt und wir werden sie selbstverständlich an unsere Cover-Fee weiterleiten.

Doch jetzt wollen wir euch gar nicht weiter mit unseren Gefühlen nerven. ;-)
Nein, jetzt geht es zu einer Leseprobe:
Wolfseye
Selbst jetzt, zwei Stunden nach unserer unschönen Begegnung im Wald, dachte ich über die Worte nach, die mir dieser Wolf an den Kopf geknallt hatte.
„Du dusselige Großstadtkuh hast mir mein Foto versaut.“ Was bitte wollte er mir damit denn sagen? Ich konnte ja wohl kaum etwas dafür, dass er seine blöde Kamera mit diesem Angeber-Objektiv nicht rechtzeitig hochgenommen hatte. Er konnte mir auch nicht die Schuld dafür geben, dass der Eisvogel so schnell wieder verschwunden war. Es war halt so bei Wildtieren, man musste einfach Glück haben, wenn man sie fotografieren wollte – und ich hatte dieses Glück gehabt.
Ich saß in meiner Wohnung am Küchentisch und hatte meinen Laptop aufgeklappt vor mir stehen. Das Bild vom Handy hatte ich längst übertragen. Es war – für eine einfache Handyaufnahme – wirklich toll geworden. Ein Sonnenstrahl hatte das Gefieder des Vogels getroffen und ließ ihn dadurch wunderschön schillern. Ich öffnete meinen Internetbrowser und ging auf eine Foto-Bestellseite. Dort lud ich das Bild hoch und orderte gleich zwei Abzüge in größerem Format. Das eine wollte ich mir selbst hinstellen und das andere war für meinen Vater gedacht. Nicht nur, damit er meinen Beweis, dass es hier durchaus Eisvögel gab, vor Augen hatte. Nein, ich wusste, er mochte Tier- und Landschaftsfotografien. Das war wohl auch der Grund für die Schwarz-Weiß-Fotos, die in seiner Kneipe hingen.
Auf einmal fiel mir ein, wo ich diesen Flusslauf bereits gesehen hatte. Er war auf einem der Bilder in der Kneipe. Innerlich schlug ich mir vor den Kopf für meine Dummheit. Dass ich das nicht auf den ersten Blick erkannt hatte! Wieder nahm ich mir vor, meinen Vater zu fragen, wer die Fotos gemacht hatte.
Nachdem ich die Bestellung abgesendet hatte, öffnete ich mein E-Mail-Account. Nicht nur die Bestellbestätigung war bereits eingetroffen, ich hatte auch eine Mail der Textagentur, die mir zwei neue Aufträge anbot.
Ein Möbelhersteller wollte seine Website modernisieren und brauchte dazu passende Beschreibungen der Möbel. Okay, das war jetzt nicht die interessanteste Arbeit, aber immerhin wurden solche Aufträge recht gut bezahlt.
Der zweite Auftrag war da schon spannender. Ich sollte einen Text für einen Reiseführer über Hamburg verfassen. Meine Aufgabe war es, die geschichtliche Entwicklung der Speicherstadt zusammenzufassen. Solche Aufgaben liebte ich. Auch wenn sie immer viel Recherche erforderten, machte es mir auch unheimlich viel Spaß.
In der vorgegebenen Zeit würde ich beide Aufträge schaffen, daher nahm ich sie an. Während ich für den Möbelhersteller noch auf weitere Informationen warten musste, konnte ich mit der Beschreibung der Speicherstadt gleich morgen früh loslegen.

Nachdem ich den Laptop heruntergefahren hatte, machte ich mich auf den Weg zu meinem Vater in die Kneipe. Ich wollte ihm wieder ein wenig zur Hand gehen und außerdem war mir gerade nach Gesellschaft.
Als ich im Lokal ankam, waren nur drei Gäste anwesend.
„Das ist ja so leer hier“, sagte ich zu meinem Vater, nachdem ich ihn begrüßt hatte.
„Ja, es ist Montag. Montags ist es immer leer“, antwortete er und räumte ein paar Gläser ins Regal. „Wie war dein Tag?“
Strahlend zog ich mein Handy aus der hinteren Tasche meiner Shorts.
„Großartig! Ich habe hier was für dich.“ Ich wollte nicht warten, bis das Foto entwickelt war, viel zu aufgeregt war ich über das Bild des Eisvogels. Schnell entsperrte ich den Bildschirm, suchte das Foto heraus und hielt es meinem Vater unter die Nase.
Erst runzelte er kurz die Stirn, als könnte er nicht glauben, was er sah, doch dann strahlte er ebenso wie ich.
„Das gibt’s ja gar nicht. Du hast tatsächlich einen Eisvogel gesehen!“ Er gab mir das Handy zurück und nahm mich fest in die Arme. „Und das Bild ist so toll geworden! Da hattest du ja tatsächlich einen großartigen Tag, das freut mich sehr. Tut mir leid, dass ich dir nicht geglaubt habe!“
„Ja, mein Tag war wirklich toll! Bis auf einen kleinen Zusammenstoß mit diesem merkwürdigen Wolf“, antwortete ich und mein Vater schaute mich fragend an. In diesem Moment ging die Tür auf und ein neuer Gast traf ein. Nein, genau genommen war es kein neuer Gast, es war Wolf, der durch die Tür trat.
„Na super! Haben dem die Ohren geklingelt?“, murmelte ich so leise, dass nicht mal mein Vater mich verstanden haben konnte. Dann wandte ich mich ab, schnappte mir einen Lappen und fing an, die Tische abzuwischen. Ich hatte keine Lust, ihn auch nur anzusehen, geschweige denn, ihn zu bedienen. Dennoch kam ich nicht umher, zu hören, wie mein Vater mit ihm sprach.
„Na, Wolf. Bierchen?“
Ich wusste nicht, ob Wolf in irgendeiner Form auf die Frage reagierte, jedenfalls sprach er nicht. Aber gut, das war ja nichts Neues.
„Ich hab auch noch Gulasch da.“ Wieder war keine verbale Reaktion zu vernehmen.
Da ich mittlerweile mit den Tischen fertig war, blieb mir nichts anderes übrig, als mich wieder dem Tresen zuzuwenden und somit genau in Wolfs Richtung zu schauen. Wieder saß er am selben Tisch wie gestern bereits. Anscheinend war es sein Stammplatz. Doch diesmal stierte er nicht auf die Tischplatte vor sich. Als ich mich umdrehte, schaute er mich direkt an. Es war ein Blick, den ich nicht einordnen konnte. Irgendwie wirkte er noch immer so wütend wie im Wald vorhin und doch strahlte er noch etwas aus. Diese Aura, die ich neulich schon gespürt hatte. Etwas Düsteres, Abgründiges. Ich blinzelte ein wenig erschreckt, damit hatte ich nicht gerechnet. Schnell wandte ich meinen Blick von ihm ab und verschwand hinter dem Tresen.
Den ganzen Abend über versuchte ich, den Mann an dem kleinen Tisch in der Ecke zu ignorieren. Mein Vater war es, der ihm das Gulasch brachte und den leeren Teller irgendwann wieder abräumte. Als er endlich sein Bier ausgetrunken hatte und das Lokal verließ, atmete ich auf. Was auch immer dieser Mann an sich hatte, er faszinierte mich auf eine mir völlig unbekannte Art und Weise. Gleichzeitig machte er mir aber auch ein wenig Angst mit dieser extrem abweisenden Art.

https://www.amazon.de/dp/B01N2402US

Habt Freude mit unserem E-Book.


Liebe Grüße von

Kerry Greine und Ben Bertram


Freitag, 27. Januar 2017

Es ist da :-) (Nähkästchenplauderei)

Heute ist Freitag … wir haben den 27. Januar 2017 … UND
Unser neues Buch ist auch erschienen!



Ob wir aufgeregt sind?
Sagen wir mal so … Wir haben uns am gestrigen Tag der Veröffentlichung extra getroffen. Zusammen fällt es leichter die Aufregung zu „besiegen“. Okay, es fällt zumindest leichter, gegen sie anzukämpfen, was uns allerdings nur bedingt gelungen ist ;-)

Heute sind wir nicht mehr so aufgeregt.
Nein, wir sind gespannt, neugierig und total hibbelig darauf, ob euch unser neues Buch gefallen wird.
Wir hoffen es natürlich sehr, da unser größter Wunsch ist, euch tolle Lesestunden bereiten zu dürfen.

Für euch kommt jetzt der Klappentext und für UNS geht das Hibbeln weiter! ;-)

Nach ihrem Studium zieht Sina für drei Monate aus München zu ihrem Vater. Die ländliche Idylle Schleswig-Holsteins soll der Ort sein, an dem Sina sich darüber klar werden will, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte.
In der Kneipe ihres Vaters lernt sie den eigenbrötlerischen Wolf kennen, der in einer kleinen Hütte im Wald wohnt und sich von den Bewohnern des Dorfes fernhält. Er spricht mit niemandem, bis Sina ihm eines Tages im Wald begegnet.
Ein Unfall bringt die beiden einander näher und Sina erfährt durch einen Zufall von Wolfs schwerem Schicksalsschlag. Von Tag zu Tag werden Sinas Gefühle für diesen undurchdringlichen Mann stärker, und sie beginnt, hinter die Fassade des mürrischen Waldschrats zu schauen. Als auch ihr eigenes Leben aus den Fugen gerät, ist er es, der ihr mit Rat und Tat zur Seite steht.
Aber reicht das aus? Ist Wolf in der Lage, wieder Vertrauen in andere Menschen zuzulassen?
Und kann er es schaffen, seine Mauern einzureißen und die Liebe, die Sina für ihn empfindet, zu erwidern?


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Habt Freude mit unserem E-Book.


Liebe Grüße von

Kerry Greine und Ben Bertram


Montag, 23. Januar 2017

Die Spannung steigt! (Nähkästchenplauderei)


Unsere Anspannung übrigens auch ;-)

In 3 Tagen, also am Donnerstag, den 26.01.2017, wird unser neuer Roman erscheinen.
„Flausen im Kopf, Waldschrat im Herzen“
So heißt das Buch und wir hoffen, dass es euch gefallen wird.

Ihr habt das Cover noch nicht gesehen? Wie konnte das denn passieren?
Dann werden wir es mal schleunigst ändern.



Heute möchten wir keinen Schnippsel aus unserem Buch zeigen. Auch keine kleine Leseprobe. Nein, heute möchten wir das komplette erste Kapitel präsentieren! J

Viel Freude damit!

Zitze
Es klopfte an der Wohnungstür, als ich gerade meine letzten Klamotten in den Kleiderschrank räumte.
„Hey, Mäuschen. Kommst du klar? Oder brauchst du noch irgendwas?“, fragte mein Vater, nachdem ich ihn reingelassen hatte. Er wirkte ein wenig nervös, als er sich in der kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung umschaute.
„Nein, ich glaube, ich habe alles. Danke schön. Du hättest dir echt nicht so viel Mühe machen müssen. Ich bin doch schon groß, ich kann für mich allein einkaufen.“ Ich zwinkerte meinem Pa zu und meine Worte schienen ihn ein wenig zu beruhigen.
„Ach, lass mich meine Tochter doch mal ein bisschen verwöhnen. Ich hab dich so lange nicht gesehen, da wollte ich dir einfach gern eine Freude machen.“ Ja, das stimmte. Es war schon wieder viel zu lange her, dass wir uns gesehen hatten. Ich liebte meinen Pa sehr, doch wir trafen uns leider nur selten. Nach der Scheidung von meiner Mutter vor zehn Jahren war er von München in den hohen Norden, in ein Dorf in Schleswig-Holstein, gezogen. Seitdem war unser Kontakt aufgrund der Entfernung leider stark eingeschränkt. Auch wenn wir in den letzten Jahren viel telefoniert hatten, war es doch etwas ganz anderes, als sich zu sehen.
„Ach Papa!“, sagte ich und nahm ihn in den Arm. Fest drückte er mich an sich und gab mir einen Kuss auf die Haare.
„Ich freu mich so sehr, dass du endlich hier bist! Auch wenn es nur für drei Monate ist, endlich haben wir mal ein wenig Zeit für uns“, murmelte er, dann löste er unsere Umarmung und trat einen Schritt zurück. Wieder schaute er sich um.
„Und du bist sicher, dass du nichts weiter brauchst?“, fragte er erneut und ich nickte.
„Ganz sicher!“, antwortete ich.
„Fein, dann gehe ich mal … Die Arbeit ruft. Falls irgendwas sein sollte …“
„Dann brauche ich nur die Außentreppe hinunterzugehen“, unterbrach ich ihn. Er nickte lächelnd und ließ mich dann allein.
Ich ging in die Küche und öffnete den Kühlschrank. Na ja, „ein bisschen verwöhnen“ war wohl die Untertreibung des Jahres. Die Küchenschränke, der Kühlschrank und das Eisfach waren prall gefüllt mit all dem, was ich gerne aß. Ich hatte deutlich mehr, als ich brauchte, und wie es ausschaute, würde ich vieles davon gar nicht schaffen, bevor das Haltbarkeitsdatum ablief. Aber ich wusste, mein Pa meinte es gut. Es war seine Art, mir zu zeigen, wie sehr er mich liebte und wie sehr er sich freute, dass ich hier war.
Vor drei Monaten war mir die Idee gekommen, nach meinem Germanistik-Abschluss für ein paar Monate herzukommen. Ich wollte Zeit mit meinem Papa verbringen und mir in aller Ruhe überlegen, was ich mit meinem Studium anfangen und wo ich mich bewerben wollte. Was eignete sich dafür besser als ein kleines Dorf und die absolute Ruhe, die hier herrschte.
Mein Pa war von meiner Idee begeistert. Sofort hatte er angefangen, die kleine, leer stehende Einliegerwohnung über seiner Dorfkneipe herzurichten und bezugsfertig zu machen. Die Wände waren frisch gestrichen, das Parkett abgeschliffen und neu versiegelt. Er hatte neue, moderne Möbel für mich besorgt und sogar Gardinen in meiner Lieblingsfarbe aufgehängt. Auch wenn diese Wohnung nicht sonderlich groß war, war sie einfach traumhaft schön geworden. Ich fühlte mich von der ersten Sekunde an schon viel wohler, als ich es in meinem WG-Zimmer je getan hatte.

Als ich hier angekommen war, war mein kleines weißes Auto bis unters Dach voll gewesen mit Kisten und Koffern. Das Nötigste für die nächsten drei Monate hatte ich mit hierher genommen, der Rest meiner Sachen war in München eingelagert, bis ich mich endgültig entschieden hatte, wo ich zukünftig wohnen wollte. Jetzt machte ich mich daran, alles auszuräumen und in die Schränke zu verstauen.
Zwei Stunden später ging ich über die Außentreppe nach unten. Ich wollte meinem Vater in der Kneipe ein wenig Gesellschaft leisten. Auch wenn er bereits seit mittags geöffnet hatte, vermutete ich, dass nicht viel los sein würde. Wer setzte sich auch schon am Nachmittag in eine Kneipe?
Das rote Backsteingebäude mit den großen, weiß gerahmten Sprossenfenstern zur Straße hin wirkte einladend und gar nicht so verkommen und düster, wie man sich eine kleine Dorfkneipe so vorstellte.
Über der Tür hing ein hellgelbes Schild, auf dem in blauen Lettern der Name „Zitze“ stand. Ich konnte nicht genau sagen, ob es eine Anlehnung an unseren Nachnamen Zitzler war oder ob die Namensgebung nicht eher mit dem Landleben in Verbindung stand. Wahrscheinlich war der Name aber doch unserem Nachnamen geschuldet, immerhin wurde ich als Kind auch häufig damit geärgert. Daher musste ich ein wenig schmunzeln, als ich die Tür öffnete und eintrat.
Zu meiner Überraschung war schon einiges los, als ich im Gastraum ankam. Der Großteil der Tische war besetzt und auch am Tresen saßen bereits einige Gäste. Ich war noch nie hier gewesen, mein Vater hatte mich immer in München besucht, daher kannte ich seine Kneipe nur aus Erzählungen.
Überrascht schaute ich mich um. Wie von außen bereits zu erahnen gewesen war, entsprach auch das Innere nicht dem, was ich erwartet hatte.
Hell und freundlich wirkte der Laden. An den Wänden hingen wunderschöne Landschaftsaufnahmen in Schwarz-Weiß. Ein Trecker, der gerade ein Feld pflügte, ein Waldrand, hinter dem die Sonne aufging, eine Wildblumenwiese, ein einfacher hölzerner Lattenzaun. Doch schon auf den ersten Blick war zu erkennen, dass diese Fotos etwas Besonderes waren, und ich nahm mir vor, meinen Vater zu fragen, ob er sie gemacht hatte. Besonders gut gefiel mir ein Bild von einem Flusslauf am Waldrand. Obwohl es schwarz-weiß war, wirkte es so real und romantisch, dass ich mich am liebsten sofort an das Ufer gesetzt hätte.
„Hey, Sina! Schön, dass du kommst“, riss die Stimme meines Vaters mich aus meinen Betrachtungen. Er freute sich sichtlich, mich zu sehen, und so ging ich zu ihm hinüber an den Tresen.
„Magst du was trinken?“, fragte er, kaum dass ich auf einem der Barhocker Platz genommen hatte.
„Ja, gern. Aber bitte kein Bier!“ Mein Blick wanderte zu den Gläsern, die auf dem Tresen standen. Es war noch nicht mal 17 Uhr, für meinen Geschmack viel zu früh, um mit Alkohol anzufangen. Oder lag es daran, dass heute Samstag war und niemand mehr arbeiten musste?
Ich entschied mich für eine Cola light, und während ich trank, musterte ich die anwesenden Dorfbewohner. Hauptsächlich ältere Männer waren hier vertreten. An mehreren Tischen wurde Karten gespielt, andere hatten Würfelbecher vor sich stehen. In einer Ecke war ein Spielautomat an der Wand, vor dem einer der Herren sein Glück versuchte, den Jackpot zu knacken.
„Ist das hier immer so?“, fragte ich meinen Pa und deutete auf die Leute. „Oder gibt es hier so wenig Frauen?“
Mein Vater grinste.
„Nein, hier gibt es schon auch Frauen. Die Jungs sind fast alle verheiratet. Aber sie werden von ihren Frauen rausgeschmissen, damit sie nicht im Weg rumstehen, während das Abendessen vorbereitet wird. Das ist hier ganz normal. Warte mal ab, in einer Stunde sind die alle weg, dann ist hier Totentanz. Und nach der Tagesschau kommen sie zusammen mit den Frauen wieder, dann wird es voll hier.“
Ein wenig wunderte ich mich schon über diese merkwürdigen Gepflogenheiten, aber vielleicht war ich auch einfach nur viel zu sehr ein Großstadtkind.
Während ich meine Cola light trank, erzählte mir mein Vater, was es hier alles zu erleben gab. Wobei „erleben“ für ihn wohl eine andere Bedeutung hatte als für mich. Außer dieser Kneipe gab es in dem 500-Seelen-Dorf anscheinend nur noch eine kleine Bäckerei. Ansonsten war hier in der Gegend nichts außer Wald, Feldern, Bauernhöfen und Tieren. Okay, ich hatte nicht erwartet, dass es hier Diskotheken und Shoppingmalls geben würde, aber zumindest einen vernünftigen Supermarkt oder ein, zwei Bekleidungsgeschäfte. Leider wurde ich eines Besseren belehrt. Und nicht nur das, mein Vater lachte mich sogar aus.
„Sei froh, dass wir hier mittlerweile vernünftiges Internet haben. Vor anderthalb Jahren musste man sich hier noch mit einem 56k-Modem über die Telefonleitung einwählen“, erklärte er mir und ich lachte auf.
„Ja, genau. Sehr witzig, Papa. Veralbern kann ich mich selbst“, antwortete ich augenzwinkernd, doch einer der Männer am Tresen mischte sich sofort ein.
„Nee, Mädchen. Zitze verarscht dich nicht. Das war echt so.“ Eifrig nickend stimmte sein Sitznachbar zu.
„Jo! Aber wat soll’n wa hier auch mit so’n neumodischen Krams?“, fragte er in breitem Norddeutsch. Ein wenig geplättet musterte ich die beiden Männer und wunderte mich, wie man im Jahre 2017 noch derart hinter dem Mond leben konnte.
„Keine Angst, Mäuschen. Mittlerweile sieht es anders aus und in deiner Wohnung gibt es auch WLAN.“ Beruhigend legte mein Vater seine Hand auf meine und drückte leicht zu. Dankbar lächelte ich ihn an.
Auf einmal kam Bewegung in die Gäste. Es schien, als hätten sie sich alle abgesprochen, denn sie standen nacheinander auf, nickten meinem Vater freundlich zu und verließen das Lokal. Innerhalb von zehn Minuten war ich mit meinem Pa allein. Und nicht nur das war merkwürdig. Mir fiel auf, dass nicht einer der Gäste etwas für seine Getränke bezahlt hatte.
„Was ist denn jetzt?“, fragte ich verwirrt. Mein Vater deutete auf die große Bahnhofsuhr, die hinter dem Tresen an der Wand hing.
„Es ist sechs. Jetzt geht’s nach Hause, in einer halben Stunde steht das Abendessen auf dem Tisch.“ Breit grinsend polierte mein Pa an einem Bierglas, bevor er es in die Vorrichtung über dem Tresen hängte und nach dem nächsten griff.
„Ähm … okay … Aber wollen die nicht zahlen?“ Ich kam mir ziemlich dumm vor, als ich diese Frage stellte, erst recht, als mein Vater laut loslachte.
„Nö, die haben hier ihre Bierdeckel. Da schreib ich alles auf und einmal die Woche wird abgerechnet.“
Na, der hatte ja Vertrauen in seine Gäste. Aber gut, bei geschätzten 500 Einwohnern kannte vermutlich eh jeder jeden.

Wir hoffen, es hat euch gefallen und neugierig gemacht!
Wie gesagt ;-) Am 26.01.2017 steht unser Buch für euch bereit.

Liebe Grüße

Kerry & Ben

Freitag, 30. Dezember 2016

Im neuen Jahr ...

Huhu ihr Lieben!

Nein, keine Sorge, das hier wird jetzt kein rührseliger Jahresrückblick. ;-)
Es wird eher ein kleiner Ausblick auf das nächste Jahr. Also, zumindest auf die nächsten Monate ...

Wie ihr vielleicht gemerkt habt, war es in der letzten Zeit ein wenig ruhig hier bei mir auf dem Blog. Es gab nur noch die Nähkästchenblogs mit Ben, aber nichts mehr von mir.

Das hatte einen Grund! Es war schlichtweg Zeitmangel, da ich mit Volldampf am vierten Teil meiner Hamburg-Reihe gearbeitet habe. Felix sollte doch endlich sein eigenes Happy End bekommen. ;-) Also, für mich hat er das schon, denn ich habe das kleine Wörtchen ENDE unter dem Manuskript stehen. ;-)

Aber dazu schreibe ich irgendwann noch mal was, denn bevor ihr Felix' Geschichte lesen dürft, kommt noch etwas anders.
Ein weiteres Gemeinschaftswerk von Ben und mir.

Und das ist ein Buch, das ich für mich als "Herzensbuch" bezeichnen würde.

Als ich das erste Kapitel von Ben gelesen habe, hatte ich (ganz ehrlich!) Tränen in den Augen, weil es so schön war, so vielversprechend und so einiges erahnen ließ!
Ich wusste über seinen Protagonisten Wolf nicht mehr, als ihr Leser in diesem Moment wissen werdet, aber es hat mich total gefangen genommen. Ich wollte am liebsten sofort weiterlesen ... mehr über Wolf erfahren ... Wissen, wie es weitergeht. Was natürlich erstmal nicht ging, denn es gab ja nur dieses eine Kapitel. ;-) Da habt ihr es dann besser - ihr könnt gleich weiterlesen und müsst nicht warten, bis das nächste Kapitel geschrieben ist ... ;-)

Ich hoffe und wünsche mir sooo sehr, dass es euch ebenso gehen wird wie mir. Dass euch Wolfs Geschichte auch nicht loslassen wird.  :-)

Wenn alles klappt, ist es im Februar soweit - dann dürft ihr die Geschichte um den "Waldschrat" Wolf und die "dusselige Großstadtkuh" Sina lesen. Dann erfahrt ihr, wie ein geselliger Großstadtmensch und ein einsiedlerischer Dorfmensch zusammenfinden.

In der nächsten Zeit werden wir euch natürlich noch mehr von den beiden erzählen - Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude - und ich muss gestehen, meine Vorfreude, diese Geschichte in die Öffentlichkeit zu bringen, ist schon jetzt riesengroß!

Ich hoffe und wünsche mir so sehr, dass es euch auch so gehen wird!

Ja, das wollte ich euch erzählen - also, seid gespannt! ;-)

Ich wünsche euch morgen allen ein tolles Silvester, einen guten Rutsch ins neue Jahr und dass ihr gesund und glücklich bleibt und euren Wünsche und Träumen in 2017 ein kleines Stückchen näher kommt ... das Eine oder Andere sogar schafft, zu verwirklichen.

Wir lesen uns nächstes Jahr! ;-)
Eure Kerry



Sonntag, 25. Dezember 2016

Weihnachten (Nähkästchenplauderei)


Schon wieder ist ein Jahr vergangen. Ein Jahr, das für uns einfach nur großartig war!
Dank euch haben wir so viel erreicht. Wir können nur sagen, wir haben die besten Leser der Welt! Und wir hoffen dass ihr uns auch im Jahr 2017 weiterhin begleiten und so toll unterstützen werdet!
Wir haben bereits so einiges geplant und wenn alles klappt, erscheint unser nächster Roman schon im Februar. Doch davon erzählen wir euch demnächst noch.
Heute haben wir euch eine kleine Weihnachtsgeschichte mitgebracht (die nicht aus unserer Feder stammt. ;-) )
Wir hoffen, sie gefällt euch!
Habt tolle, besinnliche Festtage mit euren Liebsten und fröhliche Weihnachten!



Frankfurt, den 25. Dezember 1772
Christtag früh. Es ist noch Nacht, lieber Kestner, ich bin aufgestanden, um bei Lichte morgens wieder zu schreiben, das mir angenehme Erinnerungen voriger Zeiten zurückruft; ich habe mir Coffee machen lassen, den Festtag zu ehren, und will euch schreiben, bis es Tag ist. Der Türmer hat sein Lied schon geblasen, ich wachte darüber auf. Gelobet seist du, Jesus Christ! Ich hab diese Zeit des Jahrs gar lieb, die Lieder, die man singt, und die Kälte, die eingefallen ist, macht mich vollends vergnügt. ich habe gestern einen herrlichen Tag gehabt, ich fürchtete für den heutigen, aber der ist auch gut begonnen, und da ist mir's fürs Enden nicht angst.
Der Türmer hat sich wieder zu mir gekehrt; der Nordwind bringt mir seine Melodie, als blies er vor meinem Fenster. Gestern, lieber Kestner, war ich mit einigen guten Jungens auf dem Lande; unsre Lustbarkeit war sehr laut und Geschrei und Gelächter von Anfang zu ende. Das taugt sonst nichts für de kommende Stunde. Doch was können die heiligen Götter nicht wenden, wenn's ihnen beliebt; sie gaben mir einen frohen Abend, ich hatte keinen Wein getrunken, mein Aug war ganz unbefangen über die Natur. Ein schöner Abend, als wir zurückgingen; es ward Nacht.
Nun muß ich Dir sagen, das ist immer eine Sympathie für meine Seele, wenn die Sonne lang hinunter ist und die Nacht von Morgen heraus nach Nord und Süd um sich gegriffen hat, und nur noch ein dämmernder Kreis von Abend herausleuchtet. Seht, Kestner, wo das Land flach ist, ist's das herrlichste Schauspiel, ich habe jünger und wärmer stundenlang so ihr zugesehn hinabdämmern auf meinen Wanderungen. Auf der Brücke hielt ich still. Die düstre Stadt zu beiden Seiten, der stilleuchtende Horizont, der Widerschein im Fluß machte einen köstlichen Eindruck in meine Seele, den ich mit beiden Armen umfaßte.
Ich lief zu den Gerocks, ließ mir Bleistift geben und Papier und zeichnete zu meiner großen Freude das ganze Bild so dämmernd warm, als es in meiner Seele stand. Sie hatten alle Freude mit mir darüber, empfanden alles, was ich gemacht hatte, und da war ich's erst gewiß, ich bot ihnen an, drum zu würfeln, sie schlugen's aus und wollen, ich soll's Mercken schicken. Nun hängt's hier an meiner Wand und freut mich heute wie gestern. Wir hatten einen schönen Abend zusammen, wie Leute, denen das Glück ein großes Geschenk gemacht hat, und ich schlief ein, den Heiligen im Himmel dankend, daß sie uns Kinderfreude zum Christ bescheren wollen.
Als ich über den Markt ging und die vielen Lichter und Spielsachen sah, dacht ich an euch und meine Bubens, wie ihr ihnen kommen würdet, diesen Augenblick ein himmlischer Bote mit dem blauen Evangelio, und wie aufgerollt sie das Buch erbauen werde. Hätt ich bei euch sein können, ich hätte wollen so ein Fest Wachsstöcke illuminieren, daß es in den kleinen Köpfen ein Widerschein der Herrlichkeit des Himmels geglänzt hätte. Die Torschließer kommen vom Bürgermeister und rasseln mit den Schlüsseln. Das erste Grau des Tags kommt mir über des Nachbarn Haus, und die Glocken läuten eine christliche Gemeinde zusammen. Wohl, ich bin erbaut hier oben auf meiner Stube, die ich lang nicht so lieb hatte als jetzt.


Einen wunderschönen ersten Weihnachtstag wünschen wir euch.
Liebe Grüße

Kerry & Ben

Montag, 19. Dezember 2016

News (Nähkästchenplauderei)

Mit unserem Buch „Kuschelkeks und Schneegestöber“ durften wir an der Wahl zur Schnulze des Jahres teilnehmen.
Warum? Weil IHR uns zunächst zur Wochen- und anschließend sogar zur Monatsschnulze gewählt habt. Nur gewählt? Nein … GETRAGEN !



https://www.amazon.de/Kuschelkeks-Schneegest%C3%B6ber-Kerry-Greine-ebook/dp/B01M2XN6XE/ref=asap_bc?ie=UTF8

Es war ein fantastisches Erlebnis, an der Jahreswahl teilnehmen zu dürfen. Sich mit anderen tollen Autoren messen zu dürfen. Zu zittern und auch zu hoffen, dass wir nicht auf einem der hintersten Ränge landen würden.
Mehr über die Wahl und natürlich auch über die Ergebnisse, erfahrt ihr übrigens in der nächsten „Nähkästchenplauderei. J

Doch kommen wir jetzt zu unserem neusten Buch. Zu „Eiskalt und saunaheiß“!
Gerne möchten wir euch eine kleine Leseprobe zeigen. Euch mit einigen schönen Zeilen „verzücken“. Zumindest ist es unser Ziel! ;-)

Und schon geht es los:
Als ich pünktlich zu meiner Schicht im Café ankam, hatte ich noch immer keine Antwort von Magnus bekommen. Nicht einmal gelesen hatte er meine Nachricht. Da Handys bei der Arbeit verboten waren, ließ ich es in meiner Tasche im Hinterzimmer.
„Hey, was ist denn mit dir heute los?“, fragte Maja mich, als ich an der Kaffeemaschine stand. „Geht’s dir nicht gut?“
Ich zuckte mit den Schultern. Nein, es ging mir nicht gut. Magnus ging mir nicht mehr aus dem Kopf. War es falsch gewesen, ihm diese Nachricht zu schicken? Immerhin hatte ich mich ganz schön nackig gemacht. Wenn das alles zwischen uns nur ein heißes Spielchen war, hätte ich ihn damit wohl in die Flucht geschlagen. Er wäre überfordert mit dem, was ich geschrieben hatte. Was hatte ich mir nur dabei gedacht?
„Nichts! Das ist ja das Problem. Erst denken, dann tippen!“, murmelte ich leise.
„Welches Problem? Süße, komm schon, was ist los?“ In meinen Gedanken versunken, hatte ich nicht mitbekommen, dass Maja noch immer neben mir stand und meine Worte gehört hatte.
Seufzend ließ ich meinen Blick über den Gästebereich schweifen. Viel los war heute nicht und die wenigen Gäste, die da waren, schienen zufrieden zu sein. Vielleicht sollte ich diese Chance nutzen und mich Maja anvertrauen? Ich lehnte mich mit der Hüfte gegen den Tresen vor mir und schaute meine Kollegin an. Dann erzählte ich ihr eine Kurzfassung meiner Geschichte mit Magnus bis hin zu der WhatsApp, die ich ihm vorhin geschrieben hatte.
„Wusste ich doch, dass da was läuft!“ Triumphierend strahlte sie mich an. „Das war ja auch nicht zu übersehen! Ich dachte schon, ihr springt euch hier gleich an und treibt es mitten auf dem Tisch. Der ganze Raum hat vor lauter Spannung geknistert.“ Leise kicherte sie und zwinkerte mir zu.
„Mann, Maja. So war das gar nicht!“ Ich wusste selbst, dass sie absolut recht hatte, mochte es aber so nicht zugeben. Meine Freundin wurde wieder ernst.
„Okay, wie auch immer … und was genau ist jetzt das Problem? Dass du ihm geschrieben hast?“ Ich brachte irgendwas zwischen einem Nicken und Kopfschütteln zustande, schwieg aber. Ich wusste nicht, was ich hätte sagen sollen.
„Süße! Ich finde es gut, dass du ihm geschrieben hast. Nur so kann er doch wissen, dass du ihn näher kennenlernen und nicht nur heißen Sex in der Sauna von ihm willst. Wenn ihn das schon überfordert, ist es sein Problem, nicht deins!“, betonte sie und strich mir tröstend über die Schulter.
„Ja, du hast wahrscheinlich recht. Aber trotzdem …“
„Wer weiß, vielleicht war er unterwegs und hat jetzt erst deine Nachricht gesehen. Womöglich hat er dir mittlerweile geantwortet.“
Okay, das hätte sie nicht sagen dürfen! Natürlich bestand diese Möglichkeit – warum nur war ich nicht selbst darauf gekommen? Auf einmal wollte ich nichts lieber, als auf mein Telefon zu sehen, aber meine Schicht ging noch bis 23 Uhr. Ich musste mich also gedulden.

Alle paar Minuten schaute ich auf die Uhr, doch die Zeit wollte heute einfach nicht vergehen. Ich wurde immer unkonzentrierter und fahriger. Als ich das dritte Mal beinahe eine Tasse hinuntergeschmissen hätte, hatte Maja die Nase voll.
„So, jetzt reicht es. Ab nach Hause mit dir, mach Feierabend!“, befahl sie und stemmte die Hände in die Hüften.
„Meine Schicht geht noch anderthalb Stunden, ich kann nicht.“
Sie winkte ab, packte mich an den Schultern und drehte mich herum in Richtung Hinterzimmer.
„So ein Murks! Ab mit dir! Hier ist eh nichts los. Was mich wundert, weil ja Fasching ist. Aber vermutlich haben alle noch von gestern Abend genug intus. Die drei Tische schaffe ich auch allein.“ Rigoros schob sie mich vor sich her, bis wir die Tür zum Hinterzimmer erreichten.
„Und was ist, wenn Marco kommt und ich nicht hier bin?“, versuchte ich noch einmal zu protestieren. Unser Chef stand nicht wirklich darauf, wenn einer von uns ohne Absprache mit ihm einfach verschwand.
„Marco kommt heute sicher nicht mehr rein. Und falls doch – dann hattest du halt schlimme Kopfschmerzen. Aber so, wie du gerade drauf bist, kann ich dich hier nicht gebrauchen. Schau nach, ob Magnus geantwortet hat, und dann mach dir einen schönen Abend. Entspann dich!“
Ich gab auf – gegen Majas Dickschädel hatte ich eh keine Chance. Wenn sie sich einmal was in den Kopf gesetzt hatte, war sie nicht davon abzubringen. Daher gab ich nach und zog meine Daunenjacke an. Auf dem Weg nach draußen hielt ich bereits mein Handy in der Hand, und direkt als ich den Homebutton drückte, um es zu entsperren, sah ich, dass eine Antwort eingegangen war.
Verwirrt las ich mehrfach, während ich die Straße entlang in Richtung Bushaltestelle ging. Das Fahrrad hatte ich heute stehen gelassen, da Eisregen angesagt gewesen war.
Bis ich zu Hause ankam, wusste ich nicht, wie ich auf Magnus’ Nachricht reagieren sollte. Eins war klar – die WhatsApp, die er mir geschickt hatte, war definitiv nicht für meine Augen bestimmt gewesen. Sie sollte wohl an einen Kumpel gehen, den er um Hilfe fragen wollte – um Hilfe, wie er mir am besten antwortet.
Natürlich, meine erste, spontane Reaktion war, ihn auf den Irrtum hinzuweisen, aber ich überlegte es mir anders. Zu Hause schnappte ich mir ein Glas Sekt, legte mich auf die Couch und las erneut. Dann tippte ich drauflos und schickte meine Antwort ab, ohne noch einmal nachzulesen. Ich hatte ein wenig Sorge, dass ich mich im letzten Moment doch nicht mehr traute.
Hi Magnus!
Ich gehe mal davon aus, dass die Nachricht nicht für mich bestimmt war, aber … Wow, habe ich so viel Eindruck auf dich gemacht, dass du um Hilfe fragen musst? Dabei bin ich doch ganz harmlos. Ich beiße nicht – na gut, zumindest eher selten! ;-)
Für Kaffee ist es heute wohl leider zu spät, aber vielleicht bist du ja noch wach. Wenn nicht, hoffe ich, dass du süße Träume hast und meine Nachricht dich morgen früh begrüßt.
Liebe Grüße Tammy.
Breit grinsend legte ich mich in die Kissen zurück und nahm einen Schluck von meinem Sekt. Ich freute mich wahnsinnig über diese fehlgeleitete Nachricht, gab sie mir doch einen kleinen Eindruck, was Magnus empfand. Wie es aussah, war es für ihn nicht nur ein heißes Spielchen gewesen. Zumindest klangen seine Worte ziemlich aufgeregt.
Keine drei Minuten nach dem Absenden plingte mein Handy. Ich hatte bereits eine Antwort.
Okay … Kaffee ist abgesagt aufgrund akuter Peinlichkeit. ;-) Nein, Spaß! Am liebsten würde ich mich sofort mit dir treffen, aber für Kaffee ist es wohl wirklich ein wenig zu spät. Jetzt wären eher nächtliche Aktivitäten angesagt.
Ich lachte auf. Ob ihm bewusst war, wie zweideutig sein letzter Satz klang? Schnell tippte ich:
Nächtliche Aktivitäten? So, so …
Gespannt wartete ich auf Magnus’ Antwort. Beinahe sofort konnte ich am oberen Bildschirmrand erkennen, dass er schrieb, und als ich seine Antwort las, fuhr mir ein Kribbeln durch den Bauch direkt in meinen Schoß.
Eigentlich hatte ich an ein Bier trinken gedacht, aber jetzt, wo du es sagst … Ich hätte nichts dagegen! Ich würde dich jetzt gern küssen … Und mehr …





Habt Freude mit unserem E-Book.



Liebe Grüße von

Kerry Greine und Ben Bertram